Die Versorgungslücke

Die Versorgungslücke

Die Versorgungslücke ist die Differenz zwischen dem finanziellen Bedarf im Ruhestand und dem Einkommen, das Ihnen tatsächlich zur Verfügung steht. Damit Sie im Alter aus finanziellen Gründen nicht auf Ihren gewohnten Lebensstandard verzichten müssen, sollten Sie sich rechtzeitig um eine zusätzliche Vorsorge kümmern.

Der Versorgungsbedarf – Wie viel brauche ich im Alter?

Selbstverständlich muss jeder für sich selbst klären, wie hoch sein Versorgungsbedarf ist – wie viel Geld er also im Alter braucht, um ein Leben in finanzieller Sicherheit führen zu können. Ausgehend von den gesamten laufenden Kosten wie Miete, Wohnnebenkosten, Haushaltsgeld, Versicherungen und Kreditraten sollte jeder prüfen, welche persönlichen Ansprüche er an das Leben im Ruhestand hat: will man sich später schöne Reisen oder Hobbys gönnen, für die man im Berufsleben keine Zeit hatte, sollte man das in der Ausgabenplanung berücksichtigen.

Auch für die früher oder später fällige Anschaffung eines neuen Autos, neuer Einrichtungsgegenstände oder auch für fällige Renovierungen an Haus oder Wohnung sollten Sie Rücklagen bilden. Als groben Richtwert zur Schnellberechnung des Versorgungsbedarfs empfehlen Experten 90 % des letzten Nettoeinkommens.

Diagramm zur Versorgungslücke

Berechnung der Versorgungslücke

Ist die Ausgabenseite geklärt, muss das Einkommen während des Ruhestands ermittelt werden. Dazu zählt zunächst die gesetzliche Rente. Auskunft über die voraussichtliche Rentenhöhe erteilen die Rentenversicherungsträger. Versicherte können jederzeit Auskunft über den Stand ihres Versicherungskontos verlangen. Viele Experten halten die Rentenschätzungen der Versicherungsträger allerdings für zu optimistisch: das Risiko durch künftige Rentenkürzungen, Inflation, aber auch wegen Arbeitslosigkeit oder vorzeitigem Ruhestand weniger Rente zu bekommen als erwartet, ist nicht zu unterschätzen.

Wichtig: Prüfen Sie den vom Versicherungsträger vorgelegten Beitragsverlauf und weisen Sie nicht erfasste Beitrags-, Ausbildungs- oder Kindererziehungszeiten umgehend nach. Zum Alterseinkommen zählen auch Ansprüche aus betrieblicher Altersvorsorge - Auskünfte dazu erteilt der Arbeitgeber. Weitere Einnahmen entstehen möglicherweise aus Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalvermögen. Auch bereits bestehende Vorsorgeverträge wie Lebensversicherungen können eingerechnet werden.

Die Versorgungslücke zeigt, ob Handlungsbedarf gegeben ist

Wenn Sie Ihre persönliche Altersbilanz erstellt haben, können Sie daraus Ihre Vorsorgelücke ablesen. Die Vorsorgelücke gibt Auskunft darüber, in welchem Umfang Sie sich zusätzlich absichern müssen, um im Alter ausreichend finanziellen Spielraum zu haben.

Hier finden Sie eine einfache Rechnung zur Ermittlung der monatlichen Versorgungslücke:

Angenommen, Sie verdienen netto im Monat 2.000 Euro. Ihr Lebensstandard kostet Sie im Monat 1.800 Euro. Damit haben Sie finanziell alles im Griff: Wohnung, Essen, Strom, Freizeitaktivitäten etc. Sie können sogar 200 € zurücklegen für unerwartete Ausgaben wie Reparaturen oder etwas ansparen.

Und im Alter? Reicht die gesetzliche Rente, die Sie sich erarbeitet haben, auch für Sie?

Finden Sie es heraus mit der Formel:

Versorgungslücke = Versorgungsbedarf – Einkommen

Versorgungsbedarf 90 % des letzten Nettoeinkommens (2.000 €) = 1.800 €

 
Berechnung der Versorgungslücke
  1.800 €
- 1.300 € gesetzliche Rente
-      60 € Betriebsrente
-      40 € Zinserträge
=   400 € Versorgungslücke

Ihr Bedarf verlangt jedoch eine Einkommenshöhe von 1.800 Euro. Das bedeutet, Sie machen jeden Monat Schulden von 400 Euro, wenn Sie nicht die Versorgungslücke schließen oder Ihren Lebensstandard nach unten schrauben und Einbußen Ihres gewohnten Niveaus hinnehmen.

Wollen Sie das? In der Beispielrechnung ist eine monatliche Versorgungslücke von 400 Euro zu schließen, es kann schnell eine noch größere finanzielle Lücke entstehen – Ihre rechtzeitige und ausreichende private Altersvorsorge ist also dringend erforderlich.

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Es können sich Familienstand oder berufliche Stellung ändern, Hypothekenzahlungen oder Ausgaben für die Ausbildung der Kinder entfallen irgendwann. Kosten durch Krankheitsfolgen oder der behindertengerechte Umbau der Wohnung können das Budget dagegen zusätzlich belasten. Und: Die Vorsorgelücke von Beziehern höherer Einkommen ist oft besonders groß, denn die gesetzliche Rente wird maximal aus der Beitragsbemessungsgrenze ermittelt. Liegt das tatsächliche Einkommen darüber, wachsen die Rentenansprüche nicht entsprechend mit.

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