Die richtig Vorsorge nach Berufen

  • Wir finden die passende Altersvorsorge für Sie
  • Viele Tipps zur privaten Altersvorsorge
  • Individuelle Beratung von unseren Experten

Haben Sie schon einmal daran gedacht, wie Sie Ihren Lebensabend verbringen möchten? Und reicht Ihre gesetzliche Rente dazu aus? Leider ist es absehbar, dass die Rente im Alter oft nicht sehr hoch ausfallen wird. Vielen droht dadurch die Altersarmut. Doch dagegen können Sie sich mit einer privaten Altersvorsorge schützen.

Das Wichtigste zu den Personengruppen in Kürze

Die passende Altersvorsorge für Arbeitnehmer

Arbeitnehmer sind rentenversicherungspflichtig und haben dadurch Anspruch auf die gesetzliche Rente. Durch das Umlageverfahren sind die Arbeitnehmer jedoch davon abhängig, wie viele Beitragszahler es in Zukunft geben wird. Hinzukommt die geplante Senkung des Rentenniveaus, sodass Arbeitnehmer zwar eine gesetzliche Rente erhalten werden, doch wird diese nicht mehr so hoch sein wie früher. Daher sollten Arbeitnehmer privat vorsorgen, beispielsweise mithilfe einer betrieblichen Altersvorsorge. Eine weitere Möglichkeit bietet die Riester Rente, die besonders für Familien Vorteile birgt.

Selbständige

Die meisten Selbständigen sind nicht rentenversicherungspflichtig. Sie können frei entscheiden, ob sie die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Diese müssen sie in voller Höhe begleichen, was zu einer erheblichen finanziellen Belastung führt. Als private Altersvorsorge bietet sich daher die Rürup-Rente an, bei der ein Großteil des eingezahlten Geldes steuerlich abgesetzt werden kann. Weitere Altersvorsorgemöglichkeiten bieten Immobilien, Aktien und Fonds. Die jeweiligen Vor- und Nachteile für Selbständige finden Sie hier.

Freiberufler

Da nur die wenigsten Freiberufler Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, ist es für diese Berufsgruppe wichtig, privat vorzusorgen. Für Freiberufler bietet sich die Rürup Rente an. Bis zum Jahr 2025 steigt die Summe der Beiträge, die steuerlich geltend gemacht werden können, auf 100 Prozent. So können Freiberufler einerseits viel Geld für das Alter zurücklegen und zahlen andererseits weniger Steuern. Eine weitere Möglichkeit zur privaten Altersvorsorge bieten Versorgungswerke. Einige freiberuflich Schaffende sind darin sogar pflichtversichert. Welche Optionen diese Berufsgruppe noch hat, ist hier nachzulesen.

Beamte

Beamte erhalten statt einer gesetzlichen Rente das sogenannte Ruhegehalt. Viele kennen diesen Begriff auch unter Pension. Die Höhe des Ruhegeldes richtet sich nach Anzahl der Dienstjahre und der letzten Besoldung. Hinzukommt, dass Beamte Anspruch auf eine nicht unerheblich hohe Mindestversorgung haben. Dennoch lohnt sich die private Altersvorsorge auch für diese Berufsgruppe. Die Riester Rente kann beispielsweise von Beamten genutzt werden, obwohl sie keine Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Zudem können Beamte in Immobilien anlegen und sich so ein Polster für das Rentenalter schaffen.

Studenten und Azubis

Zugegeben, in jungen Jahren denken die wenigsten Studenten und Auszubildende an die Rente. Bis das Rentenalter erreicht ist, dauert es noch Jahrzehnte. Doch gerade deshalb kann mit der privaten Altersvorsorge nicht früh genug begonnen werden. Denn über einen langen Zeitraum lassen sich Zinseszinseffekte gut nutzen und auch mit kleinen Beiträgen kann eine ordentliche finanzielle Reserve für das Alter gebildet werden. Bei Riester-Verträgen, die bis zu einem gewissen Alter abgeschlossen werden, springt eine einmalige Zulage für junge Sparer heraus. Azubis haben zudem die Möglichkeit, altersvorsorgewirksame Leistungen in Anspruch zu nehmen. Welche Vor- und Nachteile die jeweilige passende Altersvorsorge für Azubis und Studenten bietet, gibt es hier zum Nachlesen.

Arbeitslose

Die Möglichkeiten als Arbeitsloser privat vorzusorgen sind zwar gering, aber vorhanden. Empfänger des Arbeitslosengeldes I können sich sicher sein, dass das Arbeitsamt weiter die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zahlt. Dies ist bei Hartz-4-Beziehern anders. Sie werden vom Jobcenter nicht durch Rentenversicherungsbeiträge unterstützt. Dafür gibt es bestimmte Freibeträge für die private Altersvorsorge. So wird das Sparkapital, was sich bereits beispielweise durch eine Riester Rente angesammelt hat, nicht bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes II berücksichtigt. Daher können Hartz-4-Empfänger auch während der Arbeitslosigkeit einen kleinen Beitrag für die private Altersvorsorge zurücklegen.

Altersgruppen

Neben dem Beruf entscheidet auch das Alter darüber, welche Altersvorsorge sich am besten eignet. Während junge Menschen bei einem Fondssparplan noch mehr Risiko eingehen und damit auf mehr Rendite hoffen können, sollten Ältere eher in sicherheitsorientierte Altersvorsorgen wie einen Banksparplan investieren. Für 20 Jährige, 30 Jährige, 40 Jährige und 50 Jährige ähneln sich die Produkte für die private Altersvorsorge zwar, doch gibt es entscheidende Unterschiede, auf die auch Sie bei der Wahl Ihrer Altersvorsorge achten sollten. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Private Altersvorsorge für Arbeitnehmer

Arbeitnehmer sind rentenversicherungspflichtig und haben dadurch Anspruch auf die gesetzliche Rente. Durch das Umlageverfahren sind die Arbeitnehmer jedoch davon abhängig, wie viele Beitragszahler es in Zukunft geben wird. Hinzukommt die geplante Senkung des Rentenniveaus, sodass Arbeitnehmer zwar eine gesetzliche Rente erhalten werden, doch wird diese nicht mehr so hoch sein wie früher. Daher sollten Arbeitnehmer privat vorsorgen, beispielsweise mithilfe einer betrieblichen Altersvorsorge. Eine weitere Möglichkeit bietet die Riester Rente, die besonders für Familien Vorteile birgt. Lesen Sie hier weiter, wenn Sie mehr über die private Altersvorsorge für Arbeitnehmer erfahren wollen.

Möglichkeiten der Altersvorsorge für Arbeitnehmer

Da jeder Arbeitgeber mittlerweile dazu verpflichtet ist, seinem Arbeitgeber die betriebliche Altersvorsorge anzubieten, sollten sich Angestellte diese Form der privaten Vorsorge für das Alter nicht entgehen lassen. Für Familien eignet sich auch die Riester Rente durch die hohen staatlichen Zulagen für Kinder gut, um auf das Alter finanziell vorbereitet zu sein.

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Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Die betriebliche Altersvorsorge ist die zweite Säule der Altersvorsorge, die aus drei Bausteinen besteht. Die erste Säule ist die gesetzliche Rentenversicherung, die dritte macht die private Altersvorsorge aus.

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Entgeltumwandlung. Bei der Entgeltumwandlung zahlt der Arbeitnehmer direkt Beiträge aus seinem Bruttoeinkommen für die Altersvorsorge, sodass sich dadurch die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung verringern. Auch die Lohnsteuer fällt bei einem geringeren Bruttoeinkommen niedriger aus. Werden beispielsweise 200 Euro brutto in die bAV gezahlt, erhält der Arbeitnehmer nur etwa 100 Euro netto weniger. Arbeitgeber können die betriebliche Altersvorsorge dazu nutzen, ihre Mitarbeiter mehr zu motivieren und an das Unternehmen zu binden, indem sie sich an den Beiträgen für die bAV beteiligen. Die betriebliche Altersvorsorge kann mit einem Pensionsfonds, einer Pensionskasse, einer Unterstützungskasse sowie mit einer Direktzusage oder –versicherung durchgeführt werden. Die beiden letztgenannten Formen sind die beliebtesten. Bei einer Direktversicherung läuft die bAV über ein Lebensversicherungsunternehmen ab, während bei einer Direktzusage der Arbeitgeber die Rückstellungen für die bAV bildet und später auch die Rente auszahlt. Mehr zur betrieblichen Altersvorsorge.

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Gesetzliche Rentenversicherung

Der Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung liegt bei 18,9 Prozent des Bruttoeinkommens. Arbeitnehmer haben den Vorteil, dass die Hälfte des Beitrages vom Arbeitgeber übernommen wird. Das heißt, Arbeitnehmern werden nur 9,8 Prozent vom Einkommen für die gesetzliche Rentenversicherung abgezogen. Wenn die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren abgelaufen ist, haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf die gesetzliche Rente. Diese kann frühestens mit 62 Jahren ausgezahlt werden. Da die Regelaltersgrenze jedoch bei 67 Jahren liegt, wird von der Rente für jeden Monat, in dem früher Rentenzahlungen bezogen werden, ein Abschlag abgezogen.

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Riester Rente

Ein Riester-Vertrag ist gerade durch die hohen Zulagen für kindergeldberechtigte Kinder für Arbeitnehmer mit einer Familie lohnenswert. Die Bundesregierung unterstützt Personen, die mit der Riester Rente privat für das Alter vorsorgen, mit einer staatliche Förderung von 154 Euro bis 2017 (ab 2018: 175 Euro) für den Versicherten selbst sowie weiteren 185 bzw. 300 Euro für jedes Kind. Dazu müssen lediglich vier Prozent des Vorjahresbrutto-einkommens inklusive Zulagen als Beitrag für die Riester Rente gezahlt. Zudem werden Riester-Verträge steuerlich gefördert, indem bis zu 2.100 Euro (mit Zulagen) steuerlich abgesetzt werden können. Die Riester Rente gibt Arbeitnehmern außerdem eine Kapitalgarantie. Das bedeutet, es besteht kein Risiko, dass sie weniger erhalten, als sie eingezahlt und durch Zulagen angespart haben.

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Gesetzliche Rente sinkt zunehmend

Auch ohne Abzüge durch den verfrühten Renteneintritt zeichnet sich ab, dass die gesetzliche Rente für Arbeitnehmer nicht mehr sonderlich hoch ausfallen wird. Da sich die gesetzliche Rentenversicherung durch das Umlageverfahren finanziert, zahlen heutige Beitragszahler die Rente der derzeitigen Rentenbezieher. Sie müssen sich darauf verlassen, dass es später, wenn sie in Rente gehen, genug Beitragspflichtige gibt, die ihre Rente finanzieren. Doch der Trend zeigt, dass immer weniger Kinder in Deutschland geboren werden und gleichzeitig die Zahl der Älteren durch die höhere Lebenserwartung steigt. So ist es nicht verwunderlich, dass das Bundesarbeitsministerium Zahlen veröffentlicht hat, die belegen sollen, dass Arbeitnehmer, die über 35 Jahre lang einen durchschnittlichen Bruttoverdienst von 2.500 Euro haben, nur eine Rente in Höhe der Grundsicherung von 688 Euro pro Monat erhalten werden. Die private Altersvorsorge ist also jedem Arbeitnehmer dringend ans Herz zu legen.

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Altersvorsorge für Selbständige

Wer sich selbständig macht, wird zwar einerseits der eigene Chef, allerdings muss man für diesen Schritt auch sehr viel Verantwortung übernehmen. Dazu gehören nicht nur Unternehmens-entscheidungen. Auch die Vorsorge für das Alter liegt nun in den eigenen Händen.

Altersvorsorgepflicht seit 2013

Die private Altersvorsorge für Selbständige war bisher freiwillig. Im Rahmen des Rentenreformpakets will CDU-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen jedoch ab 2013 eine Altersvorsorgepflicht für Selbständige und Freiberufler durchsetzen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, müssten Selbständige, die 2013 30 Jahre alt oder jünger sind, eine private Altersvorsorge abschließen, wenn sie bisher noch nicht vorgesorgt haben. Diese Vorsorge soll nach 45 Beitragsjahren mindestens eine monatliche Rente von 850 Euro ergeben. Ältere Selbständige bis 50 Jahre würden ebenfalls zu einer Altersvorsorge verpflichtet werden, diese jedoch mit abgeschwächten Vorgaben. Selbständige über 50 Jahre werden hingegen von der neuen Regelung nicht betroffen sein. Momentan ist allerdings fraglich, ob die Pläne durchgesetzt werden, da es nicht nur von vielen Selbständigen Widerstand gegen die Altersvorsorgepflicht gibt.

Vor- und Nachteile der einzelnen Vorsorgeformen

VorsorgeformVorteileNachteile
Gesetzliche RentenversicherungVerlässliche AbsicherungSehr teuer im Vergleich zur privaten Altersvorsorge, da Arbeitgeberanteil entfällt
Riester RenteStaatliche Förderung in Form von ZulagenNur möglich, wenn der Ehepartner direkt förderberechtigt ist und ebenfalls einen Riester Vertrag hat.
Rürup Rente/BasisrenteAlternative zur Riester Rente mit steuerlichen Vorteilen statt staatlichen Zulagen.Nachgelagerte Besteuerung kann im Alter zum Nachteil werden.
ImmobilienInflationssichere Anlage, hohe Er-sparnis im Alter bei voraussichtlich steigenden MietpreisenHohe Investition, lange Zeit bis sich die Anlage lohnt
Private RentenversicherungSehr sichere AltersvorsorgeSehr lange Vertragslaufzeit, Kündigung häufig mit Verlusten verbunden
FondsHohe Rendite möglichSehr unsicher, besser als zusätzliche Vorsorge geeignet
AktienSehr hohe Gewinne möglichNoch unsicherer as Investmentfonds
KapitallebensversicherungHinterbliebenenschutz im TodesfallSehr teuer im Vergleich zu anderen Vorsorgeformen

Gesetzliche Rentenversicherung für Selbständige

Im Gegensatz zu Arbeitnehmern steht es den meisten Selbständigen frei, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Nur für bestimmte Berufsgruppen gibt es auch als Selbständiger bzw. Freiberufler eine gesetzliche Versicherungspflicht. Die anderen können selbst entscheiden, ob sie freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung verbleiben wollen oder sie lieber auf diese Form der Altersvorsorge für Selbständige verzichten wollen. Gerade Existenzgründer sehen oft von der gesetzlichen Rentenversicherung für Selbständige ab, da in der Gründungsphase häufig die finanziellen Ressourcen für die Altersvorsorge begrenzt sind.

Private Altersvorsorge schon früh in Angriff nehmen

Um jedoch dennoch im Alter finanziell abgesichert zu sein, sollten auch Selbständige sich rechtzeitig um die monetäre Gestaltung ihres Lebensabends kümmern. Bestimmte Anlageformen eignen sich hierfür jedoch nicht. So ist die Riester Rente für Selbständige in der Regel nicht möglich, da sie meist nicht zulagenberechtigt sind. Als Alternative gibt es die Rürup Rente für Selbständige, auch Basisrente genannt. Diese bietet erheblich steuerliche Vorteile. Doch auch andere Vorsorgevarianten sollten nicht außer Acht gelassen werden. So gibt es die Möglichkeit mit einer Kapitallebensversicherung auch gleich die Angehörigen finanziell abzusichern. Private Rentenversicherungen gehören ebenso wie Immobilien, Fonds oder Aktien zu einer vielfältigen Palette von Anlagemöglichkeiten. Renten- und Lebensversicherungen lassen sich zudem mit einem Erwerbsunfähigkeitsschutz verbinden. Solche kombinierten Versicherungen sind vor allem deshalb beliebt, weil sich durch die kombinierte Police in vielen Fällen Beitragskosten senken lassen.

Faktoren für die passende Altersvorsorge

Welche Form der Vorsorge bzw. Geldanlage sich für Sie am ehesten lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. So ist Ihr gegenwärtiges Alter ebenso ein wichtiger Faktor, wie Ihr Familienstand, Ihr durchschnittliches Einkommen, aber auch der genaue Status Ihrer Selbständigkeit. Ein Existenzgründer wird beispielsweise eine günstigere Vorsorgeform wählen als ein etablierter Unternehmenschef. Lassen Sie sich daher genau zu Ihren Möglichkeiten beraten.

 

Altersvorsorge für Freiberufler

Ein Großteil der Freiberufler in Deutschland zahlt keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Diese Freiberufler sind noch mehr auf eigene Altersvorsorgemaßnahmen angewiesen, um später nicht von Altersarmut bedroht zu sein.

Wer bezieht keine gesetzliche Rentenversicherung?

Betroffen sind freiberuflich Schaffende, die keinen sogenannten verkammerten Beruf ausüben, zum Beispiel:

  • Hebammen
  • Hausgewerbetreibende
  • Lehrer und Erzieher
  • Krankenpfleger
  • Künstler und Publizisten, die über die Künstlersozialkasse pflichtversichert sind

Für die Erzieher und Lehrer gilt die Rentenversicherungspflicht nur, wenn sie keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen. Um festzustellen, ob Sie als Freiberufler dazu verpflichtet sind, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, können Sie über die Deutsche Rentenversicherung Bund ein Statusfeststellungsverfahren durchführen.

In Deutschland gibt es immer mehr Freiberufler. Viele von ihnen zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein, weswegen sie privat für das Alter vorsorgen müssen. Für die betroffenen Personen- und Berufsgruppen gibt es verschiedene Möglichkeiten: Freiwillige Rentenversicherung, Basis- bzw. Rürup-Rente, kapitalbildende Lebens-versicherungen, Sparverträge und Immobilienbesitz.

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland zahlt normalerweise Monat für Monat einen bestimmten Prozentsatz seines Bruttoeinkommens in die gesetzliche Rentenversicherung ein (Mehr zur gesetzlichen Rente). Einen Teil der Freiberufler geht es da nicht anders, jedoch gibt es bei ihnen keinen Arbeitgeber, der die Hälfte der Beiträge für die Rentenversicherung übernimmt. Freiberufler, für die die Rentenversicherungspflicht besteht, sind nach dem Sozialgesetzbuch VI als sozial schutzbedürftig beschrieben.

Jeder Freiberufler hat die Möglichkeit, sich für eine freiwillige Versicherung der gesetzlichen Rentenversicherung zu entscheiden. Auf diese Weise gehen auch keine Beiträge verloren, die sich eventuell durch ein Arbeitnehmer-Verhältnis vor der freiberuflichen Tätigkeit angehäuft haben. Die Mindestversicherungspflichtzeit beträgt dabei nur fünf Jahre. Der Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung beträgt für das Jahr 2012 monatlich 439,50 Euro in den neuen und 514,50 Euro in den alten Bundesländern. Innerhalb der ersten drei Jahre nach Aufnahme der freiberuflichen Tätigkeit ist die Zahlung des halben Regelsatzes möglich. Als dritte Alternative bietet die Deutsche Rentenversicherung Bund einkommensgerechte Beiträge an.

Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge für Freiberufler

Prinzipiell haben Freiberufler eine Reihe von Altersvorsorgeoptionen. Neben der bereits erwähnten freiwilligen gesetzlichen Rentenversicherung ist der Abschluss einer Basis- bzw. Rürup-Rente möglich. Viele Freiberufler sind bereits in einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert. Des Weiteren können Freiberufler ihr Geld als private Altersvorsorge in Sparpläne, Immobilien oder Sparkonten investieren. Schließlich gibt es noch kapitalbildende Lebensversicherungen oder die Kombination von Basis-Rente mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch wer als Freiberufler über die gesetzliche Rentenversicherung im Alter eine Rente bekommen wird, sollte trotzdem über eine private Altersvorsorge nachdenken. Denn die finanzielle Absicherung im Alter fällt zunehmend geringer aus.

Vor- und Nachteile der einzelnen Vorsorgeformen

AltersvorsorgeVorteileNachteile
Basis-Rente/Rurüp-RenteFreiberufler dürfen keine Riester-Rente abschließen, es sei denn, ihr Ehepartner ist gesetzlich rentenversichert. Mit der Rürup-Rente werden Freiberufler vom Staat durch Steuervorteile ähnlich wie bei der Riester-Rente gefördert. Bis 2025 können 20.000 Euro als Sonderabgaben steuerlich abgesetzt werden. 2012 beträgt die Summe, die von der Steuer abgesetzt werden darf, 74 Prozent der Beiträge für Alters-vorsorgeaufwendungen. Beispiel: Bei einem Betrag von 4.200 Euro werden bei der Steuererklärung 3.108 Euro berücksichtigt.
Die Basis-Rente ist vor Pfändung geschützt.
Um von den steuerlichen Vorteilen profitieren zu können, müssen einige Auflagen erfüllt werden: Die Basis-Rente ist weder vererbbar oder beleihbar noch übertragbar oder veräußerlich. Eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich, die Auszahlung erfolgt nur als Leibrente. Der früheste Rentenbeginn ist mit dem vollendeten 60. Lebensjahr bzw. für ab 2012 abgeschlossene Verträge 62. Lebensjahr möglich. Durch die lange Laufzeit dieser privaten Altersvorsorge sind die Versicherten unflexibel zu konstanten Beitragszahlungen verpflichtet.Bei fondsgebundenen Rurüp-Renten besteht immer die Gefahr von Verlusten. Im Todesfall verfällt das eingezahlte Kapital, sofern kein Hinterbliebenenschutz vereinbart wurde.
VersorgungswerkDie freiberuflichen Mitglieder zahlen an das entsprechende Versorgungswerk den prozentualen Anteil ihres Einkommens, den sie auch als Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen müssten. Das eingezahlte Kapital wird verzinst und später als monatliche Rente ausgezahlt. Die Renditen sind meist gut.Die Freiberufler in den betroffenen Berufsgruppen sind Pflicht-mitglieder. Das sind unter anderem Apotheker, Tierärzte, Notare, Steuerberater, Ärzte, Rechtsanwälte und Zahnärzte.
Sparkonten/ImmobilienAnders als bei der Rürup-Rente kann in Sparkonten und –plänen investiert werden, wenn Geld übrig ist. Zudem sind die Verträge und Immobilien vererbbar.
Kapitalbildende LebensversicherungDurch den Garantiezins von derzeit 1,75 Prozent werfen Lebensversicherungen nur eine niedrige Rendite im Vergleich zu anderen Altersvorsorgeprodukten für Freiberufler ab.
Basis-Rente plus BerufsunfähigkeitsversicherungDa Freiberufler mehr als Arbeitnehmer von ihrem monatlichen Einkommen abhängig sind, ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeits-versicherung (BU) sehr empfehlenswert. Über die Basis-Rente sind die Beiträge dafür ebenfalls teilweise steuerlich absetzbar. Um von den steuerlichen Vorteilen profitieren zu können, muss der Beitrag für die BU geringer sein als für die Rürup-Rente. Verbraucherschützer raten von einer Kopplung von Basis-Rente mit einer Berufsunfähigkeits-versicherung (BU) ab, da diese als unflexibel gelten. Können Freiberufler aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Elternzeit die Beiträge nicht zahlen, wird automatisch die wichtige BU in Mitleidenschaft gezogen. Die Berufsunfähigkeits-rente muss zudem in voller Höhe versteuert werden.

Altersvorsorge für Beamte

Beamte erhalten im Alter keine Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Vielmehr bekommen sie ein Ruhegehalt, oft auch als Pension bezeichnet. Mit einer privaten Altersvorsorge können Beamte ihre Altersbezüge maßgeblich aufstocken.

Das Ruhegehalt der Beamten

Das Ruhegeld soll Beamten, Richtern, Berufssoldaten, Pfarrern und Kirchenbeamten sowie weiteren Personen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis im Alter den Lebensunterhalt sichern. Ruhegeldberechtigt sind Beamte, die vor dem Eintritt in den Ruhestand mindestens fünf Jahre in einem Dienstverhältnis gearbeitet haben. Auch Beamte, die aufgrund eines Dienstunfalls dienstunfähig werden, haben Anspruch auf Ruhegeld.

Höhe des Ruhegehalts

Die Höhe des Ruhegehalts ist unter anderem abhängig von der Zahl der vollen Dienstjahre, sowie der Besoldungsgruppe bei Renteneintritt. Der Ruhegehaltberechtigte muss dabei mindestens zwei Jahre eine Position in der entsprechenden Besoldungsgruppe ausgeübt haben. Diese Frist wurde eingeführt um missbräuchliche Beförderungen kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand zu unterbinden.

Nach 40 Dienstjahren wird der maximale Anspruch von 71,75 Prozent der letzten Bezüge erreicht. Die Pension ist also nicht von geleisteten Beiträge abhängig, wie die gesetzliche Rente, sondern richtet sich nach Dienstdauer und letzter Besoldung. Zudem haben Beamte Anspruch auf eine Mindestversorgung von 1.381,07 Euro pro Monat (lediger Beamter ohne Familienzuschlag, Stand 2012). Hat ein Beamter vor seiner Dienstzeit als Arbeitnehmer Rentenansprüche erworben, werden diese auf die Pension angerechnet. Das bedeutet, dass die Pension um die ganzen oder um einen Teil der Rentenbezüge gekürt wird. Wenn ein Beamter vor Eintritt in das Rentenalter entlassen wird, verliert er den Anspruch auf das Ruhegehalt. Er wird allerdings in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert, so dass bei Renteneintritt Ansprüche auf gesetzliche Rentenleistungen bestehen.

Private Altersvorsorge – Beamte können auch profitieren

Eine private Altersvorsorge macht auch für Beamte Sinn. Denn auch wenn die Bezüge im Ruhestand im Vergleich zu den durchschnittlichen Rentenleistungen an Arbeitnehmer sehr hoch sind, ergibt sich durch den Übergang in den Ruhestand doch ein Einkommensunterschied. Eine private Altersvorsorge kann genutzt werden, um diesen Einkommensunterschied auszugleichen und den bisherigen Lebensstandard zu erhalten. Mehr zum Thema private Altersvorsorge.

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Riester Rente für Beamte

Die betriebliche Altersvorsorge ist für Beamte nicht möglich. Jedoch kann die staatlich geförderte Riester Rente auch von Beamten in Anspruch genommen werden. Diese Form der privaten Altersvorsorge zeichnet sich vor allem durch die staatlichen Zulagen aus. Zu den 154 Euro Grundzulage bis 2017 (ab 2018: 175 Euro) können noch pro Kind 185 Euro (vor 2008 geboren), bzw. 300 Euro (seit 2008 geboren) pro Jahr vom Staat gefördert werden. Der Mindesteigenbetrag, der geleistet werden muss um die Zulagen in Anspruch nehmen zu können, beträgt inklusive der Zulagen 4 Prozent des Bruttoeinkommens, maximal jedoch 2.100 Euro pro Jahr. Ob sich ein Riester Vertrag wirklich lohnt, hängt jedoch auch immer von den persönlichen Gegebenheiten und dem Angebot des jeweiligen Versicherungsunternehmens ab. Mehr Informationen zum Thema Riester Rente.

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Rentenversicherung für Beamte

Um privat vorzusorgen gibt es verschiedene Möglichkeiten für Beamte. Dabei sollten nicht nur die klassischen Vorsorgeprodukte in Betracht gezogen werden. Auch Investitionen wie ein Eigenheim können dauerhaft zur Altersvorsorge beitragen. Aber auch eine private Rentenversicherung bietet Beamten eine flexible Altersvorsorge zusätzlich zu den Bezügen des Ruhegehalts. Ist diese auch noch zertifiziert, können zudem staatliche Förderungen zur persönlichen Rente beitragen.

Jetzt die richtige Altersvorsorge für Beamte wählen

Viele Altersvorsorgeprodukte sind speziell auf die Bedürfnisse und Ansprüche bestimmter Personengruppen zugeschnitten. So sollte ein Arbeitnehmer eine andere Altersvorsorgestrategie wählen als ein Selbstständiger. Auch Beamte sollten aufgrund der Besonderheit der Beamtenversorgung Ihre Altersvorsorge genau der persönlichen Lebenssituation anpassen. Da dies für Laien jedoch nur schwer zu bewerkstelligen ist, empfiehlt sich eine eingehende Beratung durch einen Altersvorsorge-Experten. Er berät Sie nicht nur hinsichtlich Ihrer Vorsorgemöglichkeiten. Er kann Ihnen auch bei der Berechnung Ihres finanziellen Bedarfs im Alter und der zu erwartenden Versorgungslücke helfen, um so besser zu erkennen, welchen Umfang Ihre Vorsorgebemühungen haben sollten.

Altersvorsorge für Studenten und Azubis

Welcher Student oder Azubi denkt zu Beginn seiner Ausbildung an die private Altersvorsorge? Die wenigsten werden sich bei dieser Frage „Ich“ rufen hören. Dabei kann und sollte schon in jungen Jahren mit der finanziellen Absicherung für das Alter angefangen werden.

Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge für Studenten & Azubis

Sowohl Auszubildende als auch Studenten können, sofern sie Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, einen Riester Vertrag als Altersvorsorge abschließen. Zudem können Azubis vermögenswirksame Leistungen in Anspruch nehmen und für die Altersvorsorge nutzen. Auch ist der Abschluss einer Lebensversicherung oder die Investition in Immobilien als private Altersvorsorge möglich. Erfahren Sie hier mehr zum Thema Altersvorsorge für junge Menschen.

Andere Altersvorsorgemöglichkeiten

Klassische, kapitalbildende Lebensversicherungen lohnen sich als Altersvorsorge für Studenten und Auszubildende in der Hinsicht, dass durch den Garantiezins die Höhe der Verzinsung des Sparkapitals feststeht und gesichert ist. Der Nachteil ist jedoch, dass der Garantiezins seit 2012 nur noch bei 1,75 Prozent liegt. Wer mutiger ist und mehr Rendite, jedoch bei weniger Sicherheit erzielen will, kann sein Geld auch in einen Fondssparplan anlegen. Der Vorteil dabei ist die Flexibilität beim Sparen. So kann der Student die Sparrate ohne Auswirkungen herunterfahren oder ganz aussetzen, wenn am Ende des Monats kein Geld für die private Altersvorsorge übrig ist.

Gesetzliche Rentenversicherung

Bei Auszubildenden werden von der Ausbildungsvergütung automatisch Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung abgezogen. Das bedeutet, dass sie nach Ablauf einer bestimmten Mindestversicherungspflichtzeit Anspruch auf die gesetzliche Rente haben, sobald sie diese auch beziehen dürfen. Je nach Dauer der Versicherungsjahre und der eingezahlten Beiträge erhalten Azubis dann eine festgelegte, monatliche Rente. Zugleich bedeutet die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung, dass Auszubildende einen Riester-Vertrag abschließen können.

Studenten arbeiten nicht selten während des Studiums. Sofern sie einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, zahlen auch sie Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung. Die meisten der Studenten haben allerdings einen 400 Euro Job, mit dem sie selbst keine Beiträge zahlen. Nur der Arbeitgeber zahlt in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Jedoch können Mini-Jobber auf die Versicherungsfreiheit verzichten und den Beitrag des Arbeitgebers aufstocken. Damit erhöhen sich einerseits die Rentenansprüche des Studenten, andererseits kann er somit eine Riester Rente als private Altersvorsorge abschließen. Doch so erfreulich es ist, dass Studenten und Azubis schon früh in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen können und somit auf lange Versicherungszeiten kommen, so realistisch muss betrachtet werden, dass die gesetzliche Rente im Alter kaum noch ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Daher ist sowohl für Studenten als auch für Auszubildende eine private Altersvorsorge wichtig.

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Riester-Vertrag für Studenten und Azubis

Mit einer Riester-Rente können sich Auszubildende oder Studenten ein beträchtliches finanzielles Polster für das Alter schaffen. Der Vorteil der Riester-Rente ist, dass einmal geleistete Beiträge und erhaltene Zulagen garantiert sind. Das heißt, der Versicherte bekommt an Ende der Vertragslaufzeit nicht weniger zurück, als er eingezahlt hat. Dazu kommen noch die Zulagen. Die jährliche Förderung des Staates beträgt pro Person 154 Euro bis 2017 (ab 2018: 175 Euro). Sollten schon Kinder oder Ehepartner vorhanden sein, erhöht sich die Zulage. Um diese zu erhalten, muss der Student oder Azubi mindestens vier Prozent seines Vorjahresbrutto-einkommens als Beitrag in den Riester-Vertrag zahlen, inklusive Zulagen. Mindestens sind jedoch 60 Euro im Jahr oder 5 Euro im Monat zu leisten. Eine einmalige Zulage in Höhe von 200 Euro erhalten zudem alle Versicherten, die bei Abschluss des Vertrages noch keine 25 Jahre alt sind. Der Nachteil der Riester-Rente ist die lange Vertragslaufzeit. Mit einem Riester-Vertrag verpflichtet sich der Sparer zu regelmäßigen Beitragszahlungen bis zum festgelegten Auszahlungsbeginn.

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Vermögenswirksame Leistungen für Azubis

Ob Auszubildende Anspruch auf vermögens- oder altersvorsorgewirksame Leistungen haben, erfahren sie von ihrem Vorgesetzten oder im Personalbüro.

Wer selbst nachschauen will: In den jeweiligen Tarifverträgen sind die Regelungen dazu festgehalten. Sofern der Arbeitgeber die Leistungen zahlt, muss der Azubi einen Sparvertrag abschließen. In diesen wird dann das Geld der vermögenswirksamen Leistung direkt gezahlt. Der Sparvertrag kann etwa in Form eines Banksparplans, eines Bausparvertrags, einer betrieblichen Altersvorsorge oder eines Aktienfondssparplans abgeschlossen werden. Die Höhe der Zahlung hängt vom Tarifvertrag ab. Nach sieben Jahren kann der Auszubildende über das angesparte Geld frei verfügen und als Altersvorsorge investieren. Nachteil bei vermögenswirksamen Leistungen: Die Ansparzeit dauert sechs Jahre, Ausbildungen gehen in der Regel drei Jahre. Der Azubi muss also übernommen werden, um weitere Zahlungen zu erhalten.

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Altersvorsorge für Arbeitslose

Die Bundesregierung hat bestimmt, dass Hartz-4-Empfänger trotz fehlender Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung riestern können. So reicht ein Mindestbeitrag aus, um die staatlichen Zulagen zu erhalten. Auch ist die Riester-Rente in der Regel nicht pfändbar.

Möglichkeiten zur Altersvorsorge für Hartz-4-Empfänger

Obwohl ein Arbeitsloser erst Hartz 4 bekommt, wenn er alle Ersparnisse aufgebraucht hat, die über dem Freibetrag liegen, kann er sich sicher sein, dass das Vermögen der Riester Rente bei der Berechnung des Arbeitslosengelds II außen vor steht. Das bedeutet, dass das Sparkapital des Riester-Vertrags unangetastet bleibt. Zudem räumt das Arbeitsamt dem Erwerbslosen bestimmte Freibeträge für private Altersvorsorgen ein.

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Riester Rente

Da das Geld aus dem Riester-Vertrag vom Staat nicht angerührt werden darf, ist die Riester Rente eine sichere private Altersvorsorge für Arbeitslose. Zudem sind ALG-II-Empfänger weiterhin zulagenberechtigt, obwohl sie keine Beiträge mehr für die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Dies ist normalerweise eine wichtige Voraussetzung, um die staatliche Förderung für die Riester Rente zu bekommen. Auch wenn das Geld knapp wird, sollten Hartz-4-Empfänger davon absehen, ihren Riester-Vertrag zu veräußern, da sie sonst alle steuerlichen Vorteile und bisher erhaltenen Zulagen verlieren. Statt den finanziellen Verlust bei einem Verkauf zu riskieren, können die Beiträge für die Riester Rente ausgesetzt werden. Um die Zulagen für die Riester-Rente zu bekommen, müssen auch Hartz-4-Empfänger den Mindestbeitrag von 60 Euro im Jahr bzw. vier Prozent ihres vorjährigen sozialversicherungspflichtigen Einkommens (inklusive Zulagen).

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Höhe der gesetzlichen rente bei Hartz-4-Empfängern

Die Höhe der gesetzlichen Rente von Hartz-4-Empfängern kann hingegen während der Arbeitslosigkeit nicht weiter ausgebaut werden. Bis Ende 2010 hat das Jobcenter noch einen geringen Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt, wodurch sich die monatliche Rente minimal um etwa zwei Euro erhöht hat. Seit 2011 sind Hartz-4-Betroffene nicht mehr in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Dadurch können die Rentenansprüche auch nicht erhöht werden. Die Zeit des Bezugs des Arbeitslosengelds II zählt als Anrechnungszeit ohne Bewertung. Diese Zeit trägt dazu bei, dass der einmal erworbene Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente nicht verfällt. Zudem wird dieser Zeitraum bei der Wartezeit von 35 Jahren für langjährig Versicherte und Schwerbehinderte angerechnet.

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Freibeträge für die private Altersvorsorge

Nicht nur die Riester Rente bleibt bei der Berechnung des Hartz 4 unangetastet, auch gestattet das Arbeitsamt bestimmte Freibeträge für andere Altersvorsorgeprodukte. Jedoch gelten diese nur für die Verträge, deren Versicherungssumme erst zum Renteneintritt ausgezahlt wird sowie eine Verwertung vor Ruhestandsbeginn ausgeschlossen ist. Erfüllt der jeweilige Vertrag diese Voraussetzungen, sind dem Antragsteller und seinem Lebenspartner 750 Euro pro Lebensjahr als Freibetrag gewährt.

Jedoch gibt es eine Höchstgrenze: Alle Jahrgänge bis einschließlich 1957 dürfen ein Altersvorsorge-Vermögen von 48.750 Euro haben, ohne dass es auf das Hartz 4 angerechnet wird. Für die Jahrgänge 1958 bis 1963 gilt die Grenze von 49.500 Euro und für alle ab 1964-Geborenen ist der Freibetrag auf 50.250 Euro gedeckelt. Ist beispielsweise eine Lebensversicherung als Altersvorsorge abgeschlossen, und der Vertrag erfüllt die genannten Bedingungen, wird der gewährte Freibetrag nicht als Vermögen berücksichtigt. Eine Lebensversicherung wird ebenfalls nicht als Vermögen angerechnet, wenn eine Verwertung, zum Beispiel durch den Verkauf, wirtschaftlich nicht rentabel wäre. Dies ist der Fall, wenn weniger als 90 Prozent der eingezahlten Beiträge durch eine Veräußerung erzielt werden.

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Gesetzliche Rentenversicherung

Arbeitslosengeld-I-Empfänger sind weiterhin bis maximal zwei Jahre der Erwerbslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Dazu zahlt die Bundesagentur für Arbeit den Rentenbeitrag an die Deutsche Rentenversicherung. Der Beitrag berechnet sich dabei aus 80 Prozent des letzten Bruttoeinkommens des Arbeitslosen. Somit verringert sich die Höhe der monatlichen Rente nur geringfügig. Normalverdiener erhalten aufgrund eines arbeitslosen Jahres fünf bis sechs Euro weniger Rente im Monat.

Altersvorsorge für Minijobber

Minijobber zahlen normalerweise keine Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, es sei denn, sie haben sich dazu entschieden, den Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers aufzustocken. Mit dieser Entscheidung erwirbt der Arbeitnehmer Ansprüche auf die Erwerbsminderungsrente & auf vollwertige Pflichtbeitragszeiten.

Rente für Minijobber

Bei einem 400-Euro-Job, der länger als zwei Monate geht, zahlt in der Regel der Arbeitgeber sämtliche Sozialabgaben, sodass der Arbeitnehmer im besten Fall 400 Euro ohne Abzüge verdienen kann. Der Arbeitgeber zahlt dabei 15 Prozent des Gehalts als Pauschalbeitrag in die gesetzliche Renten-versicherung ein, wodurch der Minijobber niedrige Rentenansprüche erwirbt. Ist der geringfügig Beschäftigte in einem Privathaushalt tätig, zahlt der Arbeitgeber lediglich einen Beitrag in Höhe von fünf Prozent des Verdienstes.

Versicherungspflicht für Minijobber geplant

Damit Minijobber in Zukunft ihre Rentenansprüche erhöhen bzw. voll ausschöpfen, plant die Bundesregierung zum 1. Januar 2013 zwei Neuerungen: Einerseits soll die Verdienstgrenze um 50 Euro auf 450 Euro im Monat angehoben werden, andererseits ist die automatische Aufstockung der Rentenbeiträge durch den Arbeitnehmer geplant. So erhofft sich die Koalition, einen weiteren Schritt in Richtung Altersarmutsbekämpfung gehen zu können. Statt der noch geltenden Versicherungsfreiheit würden dann alle Minijobber zunächst rentenversicherungspflichtig sein. Je nach Höhe des Rentenbeitragssatzes müsste der Arbeitnehmer den Rentenbeitrag des Arbeitgebers aufstocken, es sei denn, er verzichtet darauf. Der Arbeitgeberanteil bleibt indes bei 15 Prozent, sodass der Minijobber derzeit (2012) 4,6 Prozent seines Einkommens für die Rentenversicherung zahlen müsste. 90 Prozent der Minijobber lassen sich derzeit von Rentenversicherungspflicht befreien

Obwohl mit der Neuregelung primär die Rentenansprüche der Minijobber gestärkt werden soll, gehen Experten davon aus, dass sich rund 90 Prozent der betroffenen Arbeitnehmer von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen werden. Denn nur etwa 5 Prozent der Minijobber nutzen die noch geltende Regelung, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen.

Es ist also absehbar, dass die Rente für Minijobber weiterhin gering bleiben wird, wenn keine selbständigen Rentenversicherungsbeiträge entrichtet werden.

Durch Minijob allgemeine Wartezeit erfüllen

Minijobber, die nicht freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, verkürzen trotzdem ihre Wartezeit für die Rente. Arbeitnehmer müssen generell fünf Jahre die Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben, um überhaupt Rente beziehen zu dürfen. Auch die Minijobs tragen zum Abbau der Wartezeit bei, jedoch nicht im vollen Maße, wie es bei selbständigen Zahlungen für die Rentenversicherung der Fall ist. Die Deutsche Rentenversicherung schreibt in der Broschüre „Minijob – Midijob: Bausteine für die Rente“, dass die „Zahl der Arbeitsmonate in einem 400-Euro-Job, geteilt durch drei, … ungefähr der Zahl der Monate“ entspricht, die für die Wartezeit erworben wird. Das bedeutet, dass Minijobber etwa drei Mal länger arbeiten müssen als versicherungspflichtige Arbeitnehmer, um die fünf Jahre Wartezeit zu erreichen.

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Geringe gesetzliche Rente durch Minijobs

Minijobs haben den Nachteil, dass die Arbeitnehmer zum Rentenbeginn eine geringere Rente bekommen werden als bei einer versicherungspflichtigen Beschäftigung. Das Bundesarbeitsministerium rechnet beispielsweise vor, dass Dauer-Minijobber nach 45 Versicherungsjahren eine Rente von 139,90 Euro erhalten würden. Minijobber haben die Möglichkeit, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten und den Rentenversicherungsbeitrag aufzustocken. So erwerben sie vollwertige Leistungsansprüche auf die gesetzliche Rente.

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Aufstockung der Rentenbeiträge

Beispielsweise zählt jeder Monat vollwertig als Wartezeit, um nach Ablauf dieses Zeitraumes Rente beziehen zu dürfen. Außerdem hat der Minijobber durch die Aufstockung Anspruch auf die Erwerbminderungsrente und auf die Leistungen der Riester-Rente. Auch erhöht sich dadurch die Höhe der späteren Rente, doch der finanzielle Effekt fällt eher gering aus. Wichtiger sind die genannten Leistungen, von denen der Arbeitnehmer profitieren kann.

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Beispiel für die Aufstockung:

Da der Arbeitgeber 15 Prozent des Verdienstes an die gesetzliche Rentenversicherung zahlt, muss der Minijobber den Pauschalbeitrag soweit aufstocken, bis der aktuelle Rentenbeitragssatz erreicht ist. Für 2012 bedeutet das einen Eigenanteil von 4,6 Prozent, da der Rentenversicherungsbeitrag bei 19,6 Prozent liegt. Bei einem monatlichen Einkommen von 400 Euro entspricht der Eigenanteil lediglich 18,40 Euro. Wer einmal schriftlich bei seinem Arbeitgeber den Verzicht auf Versicherungsfreiheit eingereicht hat, muss bis zum Ende der Anstellung die Beiträge zahlen.

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