Neue Pläne zur Rente nach 45 Arbeitsjahren

Neue Pläne zur Rente nach 45 Arbeitsjahren

2007 hat die Bundesregierung beschlossen, dass das Renteneintrittsalter ab 2012 stufenweise angehoben wird, bis im Jahr 2029 die abschlagsfreie Rentenzahlung erst mit 67 Jahren möglich ist. Lediglich Personen mit 45 Arbeitsjahren können früher in Rente gehen, ohne Abschläge in Kauf nehmen zu müssen.

Abschlagsfreie Rente bei 45 Beitragsjahren

Seit dem Beschluss über die Erhöhung der Regelaltersgrenze können nur noch Menschen die volle Rente mit 65 beziehen, die 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben. Diese Regelung wird oft falsch verstanden, da die betroffenen Personen nur an die 45 Arbeitsjahre und nicht an die Altersgrenze denken. Denn 45 Beitragsjahre bedeuten nicht, dass nach Ablauf dieser Zeit automatisch die volle Rente bezogen werden kann.

Beispielrechnung: 45 Arbeitsjahre

Jemand, der schon mit 18 Jahren mit dem Arbeiten angefangen und dabei durchweg seine Rentenbeiträge gezahlt hat, kommt bereits mit 63 Jahren auf die nötige Anzahl der Arbeitsjahre, die für eine abschlagsfreie Rente notwendig sind. Doch wichtig ist, dass diese erst gezahlt wird, wenn der Betroffene 65 Jahre alt ist. Wenn schon früher die Rente gezahlt werden soll, sind Abschläge fällig. Der 63-Jährige muss also noch weitere zwei Jahre arbeiten gehen, um die volle Rente nach 45 Beitragsjahren zu beziehen.

Keine Vorsorge? Sterbegeldversicherung deckt die Beerdigungskosten

In vielen Familien wird ungern über den Tod gesprochen. Neben der Trauer müssen sich die Hinterbliebenen dann um die Beerdigung kümmern. Sofern die Erbmasse nicht ausreicht, um die Bestattung zu bezahlen, werden die nächsten Angehörigen die Kosten übernehmen müssen.

Um wenigstens hier die Hinterbliebenen zu schützen, können Verbraucher eine Sterbegeldversicherung abschließen. Auch wenn auf einem Extra-Konto für die Beerdigung gespart wird, kann es sein, dass der Staat zugreift. Gerade wenn man im Alter auf Sozialleistungen angewiesen ist. Das Geld einer Sterbegeldversicherung bleibt hingegen unangetastet.


 

Pläne der SPD: Versicherungs-statt Beitragsjahre beachten

Sigmar Gabriel von der SPD hat sein eigenes Rentenkonzept vorgestellt. Neben den Plänen zum Rentenniveau und der Solidar-Rente sieht das Programm Nachbesserungen bei der Rente nach 45 Beitragsjahren vor. Mehr über die Solidar Rente.

Zwei wichtige Neuerungen sind nach Gabriels Ansicht nötig:

Rente nach 45 Arbeitsjahren
Pläne der SPD sehen früheren
Renteneintritt vor

Einerseits darf nicht mehr von 45 Beitragsjahren, sondern von 45 Versicherungsjahren ausgegangen werden. Andererseits würde nach den SPD-Plänen die daran gekoppelte Altersgrenze von 65 Jahren entfallen. Sollten die Versicherungs- und nicht die Arbeitsjahre ausschlaggebend für einen Renteneintritt ohne finanzielle Einbußen mit 65 sein, würden davon vor allem die Frauen profitieren. Denn Arbeits- bzw. Beitragsjahre bezeichnen die Zeiten, in denen in die Rentenkasse gezahlt wurde. Versicherungsjahre hingegen gelten dann, wenn Personen nur versichert sind, aber keine Beiträge zahlen. Dies ist beispielsweise während der beitragslosen Zeit bei der Kindererziehung der Fall. Auch Perioden der Arbeitslosigkeit zählen als Versicherungsjahre.

Die Rente ohne Abschläge soll nach Gabriel dann gezahlt werden, wenn die 45 Versicherungsjahre erreicht sind, unabhängig davon, wie alt der Betroffene zu diesem Zeitpunkt ist. Personen, die demnach mit 63 oder 64 Jahren die nötigen Versicherungsjahre erreicht haben, müssen nicht erst bis 65 warten, um die die volle Rente zu beziehen. Stattdessen bekommen sie sofort eine Rente ohne Abschläge, wenn es nach den SPD-Plänen geht.

Mögliche Kosten einer Rente mit 45 Versicherungsjahren

Um die Pläne finanziell umsetzen zu können, müsste die Rentenkasse zusätzliche 5,4 Milliarden Euro stemmen. Dieses Geld soll erwirtschaftet werden, indem auf die bislang beabsichtigte Beitragssenkung für die gesetzliche Rentenversicherung auf 19 Prozent verzichtet wird. Stattdessen soll der Beitragssatz bis 2030 stetig auf 22 Prozent steigen.

Rente mit 65: Konsequenzen für Menschen ohne 45 Beitragsjahre

Inwiefern und ob die Pläne der SPD umgesetzt werden, ist bisher offen. Wenn die benötigten 45 Beitragsjahre nicht erreicht werden, muss derzeit bis 67 gearbeitet werden, um die volle Rente zu bekommen. Andernfalls werden 0,3 Prozent der errechneten Rente für jeden Monat abgezogen, den der Rentenbezieher vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente geht.

Beispiel: Wer demnach im Alter von 65 Jahren Renten bekommen will, muss bei einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren mit 7,2 Prozent weniger Rente pro Monat auskommen. Bei einer angenommenen monatlichen Rente von 1000 Euro bedeutet dies ein Minus von 72 Euro. Jahr für Jahr sind das 864 Euro weniger.