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Rentenprogramm der SPD: Solidarrente und keine Rente mit 67

Am Wochenende hat die SPD einstimmig ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl beschlossen. Im Bereich Rente planen die Sozialdemokraten die Einführung einer Solidarrente, vorerst keine Anhebung des Renteneinstiegsalters und die Angleichung der Ost- und Westrenten. Finanziert werden sollen die meisten Maßnahmen über höhere Beiträge für die Rentenversicherung.

SPD plant Solidarrente in Höhe von 850 Euro

Auch wenn SPD und CDU/CSU in vielen Punkten verschiedene Ansichten vertreten, bei der Frage nach besseren Renten sind sich die Parteien einig. Nachdem sich die Union auf die Lebensleistungsrente und die Mütterrente geeinigt hat, beschloss auch die SPD am Wochenende auf ihrem Parteitag in Augsburg, die Renten von Geringverdienern mit der Solidarrente aufstocken zu wollen. Versicherte, die 40 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert waren oder 30 Beitragsjahre nachweisen können, haben Anspruch auf eine monatliche Rente von 850 Euro. Voraussetzung ist jedoch, dass die SPD die Bundestagswahl im September gewinnt und die Solidarrente zügig umsetzt.

Rente mit 67 nur unter Voraussetzungen möglich

Im Zuge ihres Wahlprogrammes „Gute Arbeit, gute Rente“ sehen die Sozialdemokraten zudem keine Absenkung des Rentenniveaus vor. Bis 2020 soll das aktuelle Niveau gehalten werden, erst dann will die SPD über weitere Schritte debattieren. Derzeit wird das Rentenniveau – also das Verhältnis zwischen Standardrente und Durchschnittseinkommen – bis 2030 von momentan etwa 50 Prozent auf 43 Prozent gesenkt. Weiterhin will die SPD die Rente mit 67 erst einführen, wenn mindestens 50 Prozent der 60- bis 64-Jährigen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben.

Rentenprogramm der SPD: Rente mit 63 ohne Abschläge

Wer abschlagsfrei früher in Rente gehen will, soll unter der Regierung der SPD dazu die Möglichkeit haben. Zwei Voraussetzungen müssen jedoch erfüllt sein: Einerseits hat der Betroffene 45 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachzuweisen. Andererseits ist der frühestmögliche Renteneintritt ohne Einbußen bei der Rente erst ab 63 Jahren möglich. Als weiteren Punkt will die SPD die West- und Ost-Renten bis 2020 aneinander angleichen.

Höhere Rentenbeiträge für bessere Renten

Damit das Rentenprogramm der SPD umgesetzt werden kann, ist jedoch mehr Geld notwendig. Dieses soll von den Rentenversicherten stammen, indem der Rentenversicherungsbeitrag erhöht wird. Eine Ausnahme bildet die Solidarrente, die mit Steuermitteln gedeckt werden soll. Die Finanzierung der Mindestrente hebt sich so vom Konzept der Union ab: Die CDU und CSU planen, zumindest die Mütterrente über die Rentenkasse zu finanzieren. Experten befürchten jedoch, dass dies zu einer höheren Belastung der Rentenversicherten führt. Unabhängig davon, welche Partei die Wahl für sich entscheiden wird, werden künftig Verbraucher für bessere Renten zur Kasse gebeten. Eine Rentenreform ist jedoch in Deutschland notwendig. Andernfalls droht immer mehr Bürgern Armut im Alter.

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