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Änderungen Wohn-Riester-Produkte 2013

Vor kurzem hat sich das Bundeskabinett dazu entschieden, die private Altersvorsorge attraktiver zu gestalten. Neben einem verbindlichen Produktinformationsblatt für alle Riester Verträge, auf dem die wichtigsten Kennzahlen übersichtlich für den Verbraucher zusammengefasst sind, zeichnen sich vor allem zahlreiche Änderungen für Wohn Riester Sparer ab. Bereits ab 2013 könnten diese in Kraft treten.
Änderungen Wohn-Riester-Produkte 2013

Elf-Punkte-Programm für Wohn Riester

Die Eigenheimrente bzw. der Wohn Riester soll ab 2013 vereinfacht werden. So sollen noch mehr Deutsche dazu motiviert werden, mithilfe der staatlichen Förderung ein Eigenheim zu finanzieren, um dort im Alter mietfrei leben zu können und somit gleichzeitig für das Rentenalter vorgesorgt zu haben. Die Änderungen für die verschiedenen Wohn Riester Produkte sind in einem Elf-Punkte-Programm festgehalten.

Die wichtigsten Neuerungen betreffen

  • die flexible Kapitalentnahme,
  • die geringere Besteuerung
  • und die jederzeit mögliche Einmal-Besteuerung.

Zudem sollen Umbaumaßnahmen für Behinderte von der Förderung einbezogen werden.

Flexible Kapitalentnahme

Bisher ist die förderunschädliche Entnahme des Riester-Kapitals für selbstgenutzten Wohnraum nur eingeschränkt möglich. Denn das entnommene Geld muss im zeitlichen Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung der Immobilie stehen oder direkt für die Entschuldung des Eigenheims am Anfang der Auszahlungsphase des Riester-Vorsorgevermögens verwendet werden. Dies soll sich ab 2013 ändern. Statt der zeitlichen Einschränkung darf das angesparte Kapital aus Beiträgen und Zulagen jederzeit für den Bau, den Kauf oder die Tilgung eines Kredits für das selbstgenutzte Eigentum entnommen werden.

Geringere Besteuerung

Eine weitere Wohn-Riester-Änderung bezieht sich auf die Verzinsung des Kapitals, das auf dem sogenannten Wohnförderkonto liegt. Auf diesem Konto wird das für die Anschaffung des Wohneigentums genutzte und geförderte Riester-Kapital für die nachgelagerte Besteuerung festgehalten. So kann nachvollzogen werden, wie viel Geld am Ende versteuert werden muss, auch wenn es beispielsweise schon längst in den Kauf eines Hauses geflossen ist. Verzinsung des Wohnförderkontos wird gesenkt, um geringere nachgelagerte Besteuerung zu gewährleisten

Dieses Wohnförderkonto wird derzeit während der Ansparphase jährlich fiktiv um zwei Prozent verzinst, was das Kapital zur Auszahlungsphase anwachsen lässt. Je mehr dann auf dem Konto „liegt“, desto mehr Steuern müssen gezahlt werden. Die Verzinsung soll 2013 von zwei auf ein Prozent gesenkt werden, was zu einer geringeren nachgelagerten Besteuerung führt.

Jederzeit wählbare Einmalbesteuerung

Relativ strikt sind derzeit noch die Bestimmungen zur Versteuerung des Riester-Kapitals. Zu Beginn der Auszahlungsphase hat der Riester-Sparer und nun Eigenheimbesitzer die Wahl, ob er die gesamte Summe des Wohnförderkontos auf einmal versteuert oder eine jährliche Besteuerung bis zum 85. Lebensjahr möchte. Bei der Einmalbesteuerung werden nicht 100 Prozent des in der selbstgenutzten Immobilie gebundenen Riester-Vermögens versteuert, sondern nur 70 Prozent.

Änderung der Versteuerung bei Wohn Riester Verträgen ab 2013

Ab 2013 soll diese Wahlmöglichkeit nicht mehr nur für den Beginn der Auszahlungsphase gelten, sondern jederzeit bestehen. Wird sich zunächst für die jährliche und dann für die einmalige Besteuerung entschieden, wird der Restbetrag des Kapitals auf dem Wohnförderkonto mit dem persönlichen Steuersatz besteuert.

Barrierefreier Umbau

Ab 2013 sieht die Bundesregierung für Wohn-Riester-Sparer eine Einbeziehung des behindertengerechten Umbaus vor. Nach dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz dürfen Verbraucher in Zukunft die Wohn-Riester-Förderung für den behinderten- oder altersgerechten Umbau in Anspruch nehmen, wenn sich die Kosten auf mindestens 6.000 Euro belaufen und innerhalb von drei Jahren nach Kauf oder Bau des Eigenheims entstehen. Beim späteren Umbau müssen die Aufwendungen mindestens 30.000 Euro betragen, sodass das Vermögen förderunschädlich verwendet werden darf. Hinzukommt, dass ein Sachverständiger bestätigen muss, dass mindestens 50 Prozent des Geldes für barrierefreies Bauen (DIN 18040-2) genutzt werden und der Rest für den Abbau von Barrieren.

Weitere Änderungen für Wohn Riester

Das Elf-Punkte-Programm für den Wohn Riester sieht zudem vor, dass die Entnahmebeschränkung entfallen soll. Bisher kann eine Summe entweder bis zu 75 Prozent oder zu 100 Prozent des angesparten geförderten Altersvorsorgevermögens für die Immobilie entnommen werden. In Bezug auf die Tilgung eines Kredits für den Kauf oder Bau des Wohnraums sieht der Gesetzgeber künftig vor, dass der Zulagenberechtigte spätestens zehn Monate vor Beginn der Auszahlungsphase einen entsprechenden Antrag stellt. Noch können Riester-Sparer kurzfristig am Tag des Auszahlungsbeginns solch einen Antrag einreichen. Mit der Frist sollen sich Anbieter besser auf die Entnahme vorbereiten können.

Sollte der Bundesrat dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz zustimmen, können die Wohn-Riester-Änderungen bereits am 01. Januar 2013 in Kraft treten.

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