Mütterrente

Mütterrente

Die sogenannte Mütterrente soll die Kindererziehungszeiten für ältere Mütter angleichen. Bisher erhalten Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren worden sind, einen statt drei Rentenpunkte. Eine Angleichung ist aufgrund der damit verbundenen Kosten jedoch umstritten.

Mütterrente und Kindererziehungszeiten

Frauen, die Kinder bekommen, bleiben nicht selten für längere Zeit nach der Geburt zu Hause, um sich der Kindererziehung zu widmen. Auch eine Beschäftigung in Teilzeit ist keine Seltenheit. Damit Frauen im Alter dadurch keine Nachteile entstehen, bekommen sie für die Geburt eines Kindes Rentenpunkte angerechnet. Doch diese Kindererziehungszeiten unterscheiden sich maßgeblich, je nachdem wann das Kind geboren wurde. Für Kinder, die vor dem Jahr 1992 geboren wurden, erhalten Frauen einen Rentenpunkt angerechnet, für Kinder, die später zur Welt gekommen sind ganze drei Rentenpunkte. Schon seit geraumer Zeit wird von verschiedenen Seiten gefordert, die Kindererziehungszeiten anzugleichen, damit auch „ältere“ Mütter im Alter ausreichend Rentenpunkte erhalten.

Höhere Rente durch mehr Rentenpunkte

Die sogenannte Mütterrente sieht dabei vor, dass auch Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren worden sind, die vollen drei Rentenpunkte auf ihre Rente angerechnet bekommen. Ein Rentenpunkt entspricht dabei laut dem aktuellen Rentenwert seit dem 1. Juli 2012 in den neuen Bundesländern und Ost-Berlin einem Wert von 24,94 Euro und in den alten Bundesländern und West-Berlin 28,07 Euro monatlich. Eine vollständige Angleichung der Kindererziehungszeiten würde also einer Rentenerhöhung von rund 50 bzw. 56 Euro entsprechen. Für den Staatshaushalt wäre eine Angleichung jedoch eine erhebliche Belastung. Allein die Erhöhung der Kindererziehungszeiten für die älteren Mütter um einen Rentenpunkt würde mehrere Milliarden Euro kosten. Bisher hat sich daher vor allem das Bundesfinanzministerium unter Wolfgang Schäuble einer Anpassung entgegengestellt. So sei die Mütterrente nicht finanzierbar.

Frauen und Altersarmut

Mütterrente und Altersarmut bei Frauen
Mit der Mütterrente
gegen Altersarmut

Dennoch fordern Frauen-Union und CSU weiterhin eine Änderung der Rentenberechnung. Zumindest eine schrittweise Angleichung müsse erfolgen. Tatsächlich sind Frauen im Vergleich zu Männern überdurchschnittlich oft von Altersarmut (Mehr zum Thema Altersarmut) betroffen, da sie öfter aufgrund von Kindererziehung ihre Berufstätigkeit unterbrechen. Selbst wenn sie danach nicht nur in Teilzeit, sondern in Vollzeitbeschäftigung in den Beruf zurückkehren, erhalten sie aufgrund der geringeren Berufserfahrung meist ein geringeres Einkommen, wodurch sich auch die Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung verringern. Zudem verlassen sich viele Frauen darauf, dass sie im Alter durch ihren Ehepartner finanziell abgesichert sind. Kommt es jedoch zur Trennung, verstirbt der Partner vorzeitig oder erhält ebenfalls nur sehr geringe Rentenleistungen, kommen Frauen schnell in finanzielle Nöte, wenn sie nicht frühzeitig privat vorgesorgt haben. Doch oft genug geschieht genau dies nicht. Eine Angleichung der Kindererziehungszeiten kann so für eine Vielzahl von Frauen den Unterschied zwischen Altersarmut und einem ausreichenden Einkommen ausmachen.

Mütterrente bleibt vorerst nur in Planung

Bisher wurde jedoch jede Umsetzung der Mütterrente blockiert. Die Koalition wird sich dabei auch hinsichtlich anderer Pläne zur Rente nicht einig. Die Mütterrente muss so bisher mit der Lebensleistungsrente von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen konkurrieren, die eine Aufstockung von Renten von Geringverdienern vorsieht. Während diese mittlerweile jedoch immer unwahrscheinlicher wird, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Bezug auf die Mütterrente inzwischen Kompromissbereitschaft signalisiert. Es bleibt jedoch fraglich, ob die Mütterrente noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden kann. Wahrscheinlicher wird immer mehr, dass es erst nach der Bundestagswahl im September 2013 zu einer Lösung kommen wird.

Selbst für die Rente vorsorgen

Experten sind sich derweil einig, dass insbesondere Frauen stärker privat Vorkehrungen für ihren Lebensabend treffen müssen. Auch wenn sie etwa nach der Geburt eines Kindes nur in Teilzeit arbeiten, sollte überprüft werden, ob eine private Altersvorsorge möglich und ratsam ist. Nutzen Sie die Beratung durch einen unserer Experten und finden Sie jetzt die beste Vorsorgelösung für Ihre persönliche Lebenssituation.

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