Vorzeitiger Ruhestand mit Altersteilzeit

 Vorzeitiger Ruhestand mit Altersteilzeit

Arbeitnehmer in einem gewissen Alter können ihre Arbeitszeit reduzieren und mit der Altersteilzeit einen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand vorbereiten. Es gibt dabei zwei Varianten der Altersteilzeit.

Vom Vorruhestand zur Altersteilzeit

Die Grundlage für die Altersteilzeit bildet das Altersteilzeitgesetz, das bereits zum 01. August 1996 in Kraft trat und seitdem mehrere Gesetzesänderungen erfuhr. Zum damaligen Zeitpunkt löste es das auslaufende Vorruhestandsgesetz ab, das zuvor den Vorruhestand als freiwilligen vorzeitigen Ruhestand regelte. Die Altersteilzeit stellt eine spezielle Form der Teilzeitbeschäftigung dar und sollte Arbeitnehmern ab der Vollendung des 55. Lebensjahres ursprünglich ermöglichen, gleitend in die Altersrente überzugehen.

Varianten der Altersteilzeit

Arbeitnehmer, die in Frührente gehen wollen, müssen in den letzten fünf Jahren mindestens 1.080 Kalendertage - das entspricht ungefähr drei Jahren - sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Die Altersteilzeit kann dann auf freiwilliger Basis zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer vereinbart werden.

Kontinuierliche Altersteilzeit & das Blockmodell

Grundsätzlich werden zwei Varianten der Altersteilzeit unterschieden: die kontinuierliche Altersteilzeit und das Blockmodell. Erstere wird auch Gleichverteilungsmodell genannt und sieht eine Reduzierung der Arbeitszeit über die gesamte Laufzeit des Vorruhestandes vor. Die meisten der Altersteilzeitler nutzen jedoch die zweite Variante, das so genannte Blockmodell. Für ein reduziertes Gehalt arbeiten sie eine Zeit lang voll weiter und gehen anschließend etwas früher in Rente. De facto ist die Altersteilzeit somit in den meisten Fällen keine Teilzeit, sondern ein Vorruhestand.

Zuschüsse der Arbeitsagenturen

Finanziell gefördert wird die Altersteilzeit durch die Arbeitsagenturen. Allein zwischen 1996 und 2007 flossen 7,2 Milliarden Euro in die Förderung der Altersteilzeit. Arbeitnehmer, die sich für die Altersteilzeit entschieden, erhielten für 50 Prozent ihrer Arbeit 70 Prozent ihres alten Gehalts und mehr. Unter der Bedingung, dass der Arbeitgeber für die frei gewordene Teilzeitstelle einen Arbeitslosen oder einen Berufseinsteiger einstellte, übernahm die Agentur für Arbeit diese Aufstockung. Da jedoch unter anderem immer mehr Altersteilzeitler der kontinuierlichen Altersteilzeit das Blockmodell vorzogen, beschloss die Bundesregierung, die Förderung für Altersteilzeitverhältnisse ab Januar 2010 einzustellen.