Altersarmut in Deutschland

Altersarmut in Deutschland

Wer seinen finanziellen Bedarf im Rentenalter nicht mit gesetzlicher Rente, Privatvermögen und privaten Rentenleistungen decken kann, ist von Altersarmut betroffen. Laut Weltgesundheits- organisation WHO ist derjenige arm, der weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat.

Wie entsteht Altersarmut?

Altersarmut kann verschiedene Ursachen haben. So sind beispielsweise Frauen häufiger als Männer von Altersarmut betroffen, da sie im Schnitt häufiger Zeit für die Kindererziehung aufwenden. Auch wenn sie etwa nach dem Erziehungsurlaub in den Beruf zurückkehren, so geschieht das häufig in Teilzeit. Aus diesem Grund zahlen Frauen im Vergleich zur männlichen Bevölkerung weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Hinzu kommt ein niedrigeres Lohnniveau. Aber auch Männer können von Altersarmut betroffen sein. Wer etwa sein gesamtes Arbeitsleben lang wenig verdient, zahlt auch nur geringere Beiträge in die Rentenkasse ein.

Warum wird Altersarmut in Deutschland zunehmen?

Zunehmende Altersarmut in Deutschland
Die Gefahren der Altersarmut

Langfristig werden aber auch Menschen von Altersarmut in Deutschland betroffen werden, die ein höheres Lohnniveau haben. Denn die Rentenleistungen werden langfristig sinken, so dass immer mehr Menschen ihren finanziellen Bedarf nicht damit werden decken können. Zudem wird eine durchgängige Beschäftigung immer seltener, Zeiten von Arbeitslosigkeit häufen sich. Bereits jetzt erreichen nur rund ein Viertel der Männer 45 Beitragsjahre, bei den Frauen ist es nur jede zwanzigste.

Wie soll gegen Altersarmut vorgegangen werden?

Um einer Altersarmut vorzubeugen, bedarf es sowohl persönlicher als auch politischer Maßnahmen. Denn auch wenn die meisten Berufstätigen in der Lage sind, selbst privat vorzusorgen, so stehen anderen Menschen nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung die Beiträge für eine private Altersvorsorge zu bestreiten. Daher sind zahlreiche Maßnahmen bereits in Kraft, bzw. werden derzeit geplant.

Kombirente

Ältere Arbeitnehmer gehen immer seltener von einem Tag zum anderen in den Ruhestand über. Vielmehr bevorzugen viele Menschen inzwischen einen fließenden Übergang in Form einer allmählichen Reduzierung der Arbeitszeit. Die ab 2013 geplante Kombirente soll eine flexiblere Gestaltung von Teilzeitarbeit für Rentner ermöglichen. So können sie früher in Rente gehen, Verluste bei der Rentenzahlung aber durch eine Teilzeitarbeit ausgleichen. Dies erlaubt eine individuellere Gestaltung von Freizeit und Teilarbeit. Mehr zum Thema.

Staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte

Die Riester-Rente ermöglicht vor allem Familien und Geringverdienern eine private Altersvorsorge mit der Unterstützung durch staatliche Zulagen. Über 15 Millionen Riester-Verträge wurden in Deutschland bereits abgeschlossen. Selbständige und Freiberufler, die nicht zulagenberechtigt sind, können stattdessen die Basis- bzw.- Rürup-Rente nutzen, um ein finanzielles Fundament für den Lebensabend zu schaffen. Auch Arbeitnehmer mit einer hohen Steuerlast können hier profitieren, da sich die Rürup-Rente durch hohe Steuervorteile auszeichnet.

Altersvorsorgepflicht für Selbständige

Insbesondere Selbständigen droht Altersarmut, wenn sie nicht privat vorsorgen. Denn die meisten Selbständigen und Freiberufler zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein, haben also im Alter auch keinen Anspruch auf Leistungen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen plant daher ab dem Jahr 2013 eine Altersvorsorgepflicht für Selbständige. Selbständige sollen demnach über eine private Altersvorsorge eine Mindestrente ansparen müssen, damit sie im Alter eine finanzielle Grundsicherung zur Verfügung haben.